Neues Team für den Presseclub Saar

Auch im Jubiläumsjahr des Presseclub Saar stand eine turnusmäßige Mitgliederversammlung an. Die fand am vergangenen Freitag im fast bis zum letzten Platz gefüllten Wintergarten des Mercure Hotel Saarbrücken City statt – und sie war keine gewöhnliche Mitgliederversammlung.

Foto: Kai Florian Becker

Sinnbildlich für die vielen Baustellen rund um das Mercure Hotel galt es, einen nahezu komplett neuen Vorstand zu finden und zu wählen. Denn viele der bis dahin Amtierenden nahmen das 50. Jahr des Presseclubs zum Anlass, neuen und teils auch jüngeren Kräften Platz zu machen. Von daher hatten am Freitag Präsident Lothar Warscheid, die Vizepräsidenten Guido Peters und Dieter Gläsener (auch Schatzmeister) und Beisitzer Jörg Hektor ihre letzten ehrenamtlichen Auftritte. Auch die Beisitzer Johannes Schleuning und Dominique Rossi, die nicht anwesend sein konnten, traten nicht mehr an. Es schien anfangs eine sehr schwierige Aufgabe zu sein, einen neuen Vorstand zu finden. Ein Ehrenamt zu übernehmen, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Insofern war die bisherige Beisitzerin Ulrike Jungmann froh, dass sich innerhalb weniger Wochen ein hoch motiviertes neues Team um sie scharte.

Teile des alten Vorstands – Foto: Kai Florian Becker

Künftige Präsidentin ist SZ-Wirtschaftsredakteurin sowie LPK- und SJV-Mitglied Nina Zapf-Schramm. Sie ist damit die erste Präsidentin in der 50-jährigen Geschichte des Presseclub Saar. Neuer 1. Vizepräsident ist Volker Meyer zu Tittindgorf (SJV), stellvertretender IHK-Pressesprecher, und 2. Vizepräsident ist der Journalist und PR-Experte Pascal Blum (VVS). Ulrike Jungmann ist jetzt Schatzmeisterin, Karin Butenschön (SJV), Julia Franz (SJV, VSS) und Friederike Meyer zu Tittingdorf (SJV) fungieren als Beisitzerinnen. Sie alle wurden mit überwältigender Mehrheit gewählt und freuen sich darauf, in die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger zu treten und den Presseclub Saar weiterhin als Schnittstelle zwischen Journalismus auf der einen und Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Sport auf der anderen Seite zu etablieren.

Der neue Vorstand (v.l.n.r.): Pascal Blum, Friederike und Volker Meyer zu Tittingdorf, Nina Zapf-Schramm,
Julia Franz, Ulrike Jungmann (nicht anwesend: Karin Butenschön) – Foto: Kai Florian Becker

„Orte des Austauschs, der Reflektion, der Begegnung“

Seit Mai ist Lisa Felicitas Mattheis Direktorin des Saarlandmuseums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte. Inzwischen ist die aus Kaiserslautern stammende Frau in der saarländischen Kulturszene angekommen. Sie hat eigene Vorstellungen hinsichtlich der Rolle von Museen in der heutigen Zeit. „Sie sind für mich ein Resonanzraum“, sagte sie vor Mitgliedern des Presseclubs Saar, der sie eingeladen hatte, um über ihre Arbeit zu erzählen und ihre Vorstellungen darzulegen. „Museen im Saarland – Wie kann hohe Kunst Besucher anlocken?“ war Thema des Abends. Was bedeutet Resonanzraum? „Ich sehe Museen als Orte des Austauschs, der Reflektion, der Begegnung sowie als Stätten der gemeinschaftlichen Erfahrung“, sagte sie. „Sie sollen die Themen unserer Zeit aufgreifen, aber auch ein Ort der Freude sein.“ Den Begriff der „hohen Kunst“ relativierte Mattheis an dem Abend. Die Ausstellungen sollen „vielmehr im Einklang mit den Lebenswelten der Besucher stehen. Die Menschen müssen sich wiederfinden.“ Denn „Kunst findet mitten unter uns statt“.

Mattheis ist darüber hinaus kunst- und kulturwissenschaftliche Vorständin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Sie ist damit auch für die Alte Sammlung am Saarbrücker Schlossplatz, das Museum in der Schlosskirche, die Römische Villa Nennig und das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen zuständig. Eine Verbindung zwischen diesen unterschiedlichen Ausstellungsorten zu schaffen und dennoch deren Charakter zu bewahren, „ist eine große Herausforderung, der ich mich jedoch gerne annehme“.

Die 40-Jährige kann schon einiges vorweisen. Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Medienwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre in Trier und Madrid war sie zunächst an der Kunsthalle Mannheim, dem Sprengel Museum Hannover und der Kunsthalle Emden tätig, zuletzt als wissenschaftliche Direktorin und Vorständin der Stiftung Henri und Eske Nannen und der Schenkung Otto van de Loo. Henri Nannen war Gründer des Nachrichtenmagazins „Der Stern“ und hat in seiner Heimatstadt Emden eine beachtliche Kunstsammlung aufgebaut.

Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026

Es soll ein ganz besonderes Ereignis werden – die Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026, die im kommenden Jahr vom 15. bis 20. Juni in der Region stattfinden. „Es ist das erste Mal, dass ein ganzes Bundesland hinter diesem Sportereignis steht und nicht nur eine Stadt“, betonte Christiane Krajewski, Präsidentin Special Olympics Deutschland (SOD), beim Besuch des Presseclubs Saar. Zusammen mit SOD-Geschäftsführer Carsten Kranz und Ralf Kirch, dem Geschäftsleiter Nationale Spiele Saarland 2026, gestaltete die frühere Saar-Spitzenpolitikerin (Wirtschafts- und Finanzministerin) den Presseclub-Themenabend „Olympiafieber im Saarland – Was uns bei den Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026 erwartet?“

Carsten Kranz, Christiane Krajewski, Ralf Kirch (v.l.) – Foto: Lothar Warscheid

Bei diesen stehen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung im Mittelpunkt. Der Sport soll ihr Selbstbewusstsein stärken. „Durch die verbindende Kraft des Sport fördern und gestalten wir eine inklusive und offene Gesellschaft“, sagte Krajewski. „In dieser sollen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ein aktives, selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen können.“

Insgesamt „werden zirka 13.000 Personen aktiv an den Nationalen Spielen teilhaben“, sagte sie. Dazu zählen die bis zu 5000 Sportler, ihre Trainer und Familienangehörige, aber auch die 2500 Volunteers, die dafür sorgen, dass alles rund um die Wettkämpfe glatt läuft. In 27 Sportarten können sich die Athleten während dieses Sportereignisses messen. Die Sportstätten sind nicht nur über das ganze Land verteilt und die Wettkämpfe finden in neun Städten und Gemeinden statt. Auch die französischen Nachbarn sind eingebunden. Die Schwimmwettbewerbe werden in der Piscine Olympique in Forbach ausgetragen. Insgesamt werden mehr als 100.000 Besucher erwartet. „Geplant ist auch ein Rahmenprogramm mit einem Festival, einer Ausstellung, viel Kultur und einer Athlet*innen-Disco“, so Ralf Kirch. Er appelliert an Ehrenamtliche, Vereine und Kommunen, sich einzubringen und zu melden. „Jede helfende Hand ist willkommen.“