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Einladung: „KI und Journalismus“

Liebe Mitglieder des Presseclubs,

wir möchten Sie hiermit herzlich zu unserem nächsten Kommunikationsabend einladen:

„KI und Journalismus: Zwischen Werkzeug, Waffe und Wettbewerber“

Mittwoch, 27. Mai, ab 19 Uhr

im Saarrondo, Europaallee 4a, 66113 Saarbrücken

Gemeinsam mit dem DFKI-Forscher Dr. Kevin Baum möchten wir einen Blick auf die drängendsten ethischen, gesellschaftlichen und journalistischen Herausforderungen rund um Künstliche Intelligenz werfen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich KI-Technologien bereits heute auf Informationsqualität, Meinungsbildung und Vertrauen in Medien auswirken. Dabei reicht der Bogen von der Entstehung einer KI-kuratierten Öffentlichkeit, in der Algorithmen entscheiden, was sichtbar wird, über die Nutzung von Deepfakes, bis hin zur Frage, welche Folgen es hat, wenn Chatbots für viele Menschen zur ersten Anlaufstelle für Nachrichten werden. Im Anschluss an einen Kurzvortrag lädt der Abend zur offenen Diskussion ein.

Dr. Kevin Baum ist Philosoph und Informatiker. Er leitet am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die Forschungsgruppe „Responsible AI and Machine Ethics“ (RAIME), ist Co-Leiter des dortigen Centers for European Research in Trusted AI (CERTAIN) und ist seit April 2026 zusätzlich Senior Researcher an der Technischen Universität Hamburg. Er forscht zu Fragen der KI-Ethik, der menschlichen Kontrolle über KI-Systeme sowie zur Gestaltung vertrauenswürdiger und sicherer KI. Baum ist Mitgründer des gemeinnützigen Vereins Algoright e.V., der sich für einen gemeinwohlorientierten Umgang mit digitalen Technologien einsetzt.

Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich bis zum 20.05.26 und den Mitgliedern des Presseclubs und seinen Trägerorganisationen SJV, LPK und VSS vorbehalten. Senden Sie dazu bitte eine E-Mail mit ihrem Namen und ihrer Mitgliedschaft an info@presseclub-saar.de. Eine Anmeldung per Telefon ist aus organisatorischen Gründen nur in Ausnahmefällen möglich. Der Eintritt ist kostenlos und es wird ein kostenloses Kontingent an Getränken und Fingerfood geben.

Der PCS Vorstand

„Als Reporter bin ich nur so gut wie meine Quellen“

Im Regen vor einem Saarbrücker Supermarkt fing alles an. Hier bekam er seine erste Tüte mit vertraulichen Dokumenten und gleichzeitig die Erkenntnis: „Ach so läuft das also…“, erzählt Investigativ-Reporter Tobias Fuchs vor den 40 aufmerksamen Gästen des Presseclubs Saar im Saarrondo in Saarbrücken.

Seine journalistische Karriere startete Fuchs als Volontär bei der Saarbrücker Zeitung, half mit, den LSVS-Skandal aufzudecken, der den Saar-Sport veränderte. Inzwischen arbeitet er in einem der schlagkräftigsten Investigativ-Teams in Deutschland, bei der Bild. Das stoße natürlich auf Kritik und habe ihn auch Freundschaften gekostet, gibt er offen zu. Gleichzeitig betont er, welche Möglichkeiten ihm die Ressourcen der nach wie vor auflagenstärksten Zeitung des Landes bieten.

Ohne zu viel zu verraten und doch genug, dass es spannend bleibt, erzählt er, wie er „von der Spur zur Story“ kommt, wie die Veranstaltung übertitelt war. Etwa wie sich der Missbrauchsskandal bei Borussia Dortmund um einen langjährigen Manager entfaltete, den er und seine Kollegen im Oktober aufdeckten.

Den größten Teil seines Vortrags widmet er der Quellen-Suche. Denn: „Als Reporter bin ich nur so gut wie meine Quellen“, sagt Fuchs. Sein Vortrag zeigt auch: Ganz oft wird aus einer Recherche gar keine Geschichte. Oft fehlt das eine entscheidende Dokument. Und manchmal endet es nicht mit der Story, manchmal geht es dann erst los. Dann nämlich, wenn Anwälte aktiv werden. Auch im anschließenden regen Austausch mit dem Publikum, zu dem erfreulich viele junge Volontäre gehörten, antwortet er offen. Darauf, wie er die schlimmeren Recherchen verkraftet, wo seine moralischen Grenzen sind oder auch ganz simpel auf die Frage, ob er schon immer Investigativ-Reporter werden wollte. Für den erst im Februar neu gewählten Vorstand des Presseclubs Saar war es ein gelungener Auftakt.

Peter Müller: „Zeitenwende – Wohin?“

Der frühere saarländische Ministerpräsident und ehemalige Bundesverfassungsrichter Peter Müller gibt einem Verbotsverfahren für die AfD nur geringe Erfolgschancen. „Das ist juristisch ein scharfes Schwert, allerdings mit einer doppelten Klinge, mit der man sich auch ins eigene Fleisch schneiden kann“, sagt er anlässlich eines Vortrags- und Diskussionsabends des Presseclubs Saar im Kulturcafé Kunstherz in der Modernen Galerie in Saarbrücken. „Zeitenwende – Wohin?“ war Thema des Abends. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem früheren Presseclub-Präsident Lothar Warscheid.

Ein AfD-Verbotsverfahren habe nur eine Erfolgschance, „wenn die Kläger den unwiderlegbaren Beweis erbringen, dass die Partei den festen politischen Willen hat, die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland abzuschaffen und sie durch ein autoritäres und deutschnationales Regime zu ersetzen“, sagte Müller. Der 1100 Seiten starke Bericht des Bundesverfassungsschutzes, der zu dem Ergebnis kommt, dass die AfD „eine gesichert rechtsextremistische Partei“ sei, „gibt das nicht her“, so der Einser-Jurist – „und ich habe den ganzen Bericht gelesen.“

Obwohl der politische Umgang mit der AfD ein wichtiges Thema des Abends äußerte sich Müller im Gespräch mit Moderator und Publikum noch zu vielen anderen Fragen. Die Rebellion der jungen Abgeordneten in der CDU-Fraktion gegen die Rentenpläne der Bundesregierung fand er gut, „da bislang nur Rentenpolitik auf dem Rücken der jungen Generation gemacht wurde“. Beim Thema Migration, mit dem sich Müller schon seit Jahrzehnten beschäftigt, vermisst er nach wie vor klare Strukturen, Vorgaben und Kompetenzen. „Wir brauchen Zuwanderung, um unsere Gesellschaft überhaupt am Laufen zu halten. Wer die Spielregeln unseres Zusammenlebens jedoch ablehnt, hat auf Dauer in unserem Land nichts verloren.“

Der 70-Jährige ist weiterhin gut ausgelastet, wie er seinem Publikum verriet. Er schreibt Gutachten wie zuletzt zum kommunalen Finanzausgleich, sitzt in Stiftungs-Kuratorien sowie diversen Vorständen und unterstützt weiterhin den FV Eppelborn, den Fußballverein seiner Heimatgemeinde. „Auch zu ehemaligen politischen Weggefährten und Kollegen pflege ich regelmäßig Kontakt“, verriet Müller. Dazu gehören auch drei Skatrunden mit (hoffentlich) „gut Blatt“.