Seit Mai ist Lisa Felicitas Mattheis Direktorin des Saarlandmuseums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte. Inzwischen ist die aus Kaiserslautern stammende Frau in der saarländischen Kulturszene angekommen. Sie hat eigene Vorstellungen hinsichtlich der Rolle von Museen in der heutigen Zeit. „Sie sind für mich ein Resonanzraum“, sagte sie vor Mitgliedern des Presseclubs Saar, der sie eingeladen hatte, um über ihre Arbeit zu erzählen und ihre Vorstellungen darzulegen. „Museen im Saarland – Wie kann hohe Kunst Besucher anlocken?“ war Thema des Abends. Was bedeutet Resonanzraum? „Ich sehe Museen als Orte des Austauschs, der Reflektion, der Begegnung sowie als Stätten der gemeinschaftlichen Erfahrung“, sagte sie. „Sie sollen die Themen unserer Zeit aufgreifen, aber auch ein Ort der Freude sein.“ Den Begriff der „hohen Kunst“ relativierte Mattheis an dem Abend. Die Ausstellungen sollen „vielmehr im Einklang mit den Lebenswelten der Besucher stehen. Die Menschen müssen sich wiederfinden.“ Denn „Kunst findet mitten unter uns statt“.

Mattheis ist darüber hinaus kunst- und kulturwissenschaftliche Vorständin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Sie ist damit auch für die Alte Sammlung am Saarbrücker Schlossplatz, das Museum in der Schlosskirche, die Römische Villa Nennig und das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen zuständig. Eine Verbindung zwischen diesen unterschiedlichen Ausstellungsorten zu schaffen und dennoch deren Charakter zu bewahren, „ist eine große Herausforderung, der ich mich jedoch gerne annehme“.
Die 40-Jährige kann schon einiges vorweisen. Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Medienwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre in Trier und Madrid war sie zunächst an der Kunsthalle Mannheim, dem Sprengel Museum Hannover und der Kunsthalle Emden tätig, zuletzt als wissenschaftliche Direktorin und Vorständin der Stiftung Henri und Eske Nannen und der Schenkung Otto van de Loo. Henri Nannen war Gründer des Nachrichtenmagazins „Der Stern“ und hat in seiner Heimatstadt Emden eine beachtliche Kunstsammlung aufgebaut.
