Im Regen vor einem Saarbrücker Supermarkt fing alles an. Hier bekam er seine erste Tüte mit vertraulichen Dokumenten und gleichzeitig die Erkenntnis: „Ach so läuft das also…“, erzählt Investigativ-Reporter Tobias Fuchs vor den 40 aufmerksamen Gästen des Presseclubs Saar im Saarrondo in Saarbrücken.

Seine journalistische Karriere startete Fuchs als Volontär bei der Saarbrücker Zeitung, half mit, den LSVS-Skandal aufzudecken, der den Saar-Sport veränderte. Inzwischen arbeitet er in einem der schlagkräftigsten Investigativ-Teams in Deutschland, bei der Bild. Das stoße natürlich auf Kritik und habe ihn auch Freundschaften gekostet, gibt er offen zu. Gleichzeitig betont er, welche Möglichkeiten ihm die Ressourcen der nach wie vor auflagenstärksten Zeitung des Landes bieten.

Ohne zu viel zu verraten und doch genug, dass es spannend bleibt, erzählt er, wie er „von der Spur zur Story“ kommt, wie die Veranstaltung übertitelt war. Etwa wie sich der Missbrauchsskandal bei Borussia Dortmund um einen langjährigen Manager entfaltete, den er und seine Kollegen im Oktober aufdeckten.

Den größten Teil seines Vortrags widmet er der Quellen-Suche. Denn: „Als Reporter bin ich nur so gut wie meine Quellen“, sagt Fuchs. Sein Vortrag zeigt auch: Ganz oft wird aus einer Recherche gar keine Geschichte. Oft fehlt das eine entscheidende Dokument. Und manchmal endet es nicht mit der Story, manchmal geht es dann erst los. Dann nämlich, wenn Anwälte aktiv werden. Auch im anschließenden regen Austausch mit dem Publikum, zu dem erfreulich viele junge Volontäre gehörten, antwortet er offen. Darauf, wie er die schlimmeren Recherchen verkraftet, wo seine moralischen Grenzen sind oder auch ganz simpel auf die Frage, ob er schon immer Investigativ-Reporter werden wollte. Für den erst im Februar neu gewählten Vorstand des Presseclubs Saar war es ein gelungener Auftakt.
